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Die CO2-Bilanz des Internets – Wie wirken sich Streaming Dienste und Co auf das Klima aus?

author
Natalie
Head of Communication

In der Diskussion rund um die Klimakrise gehören Schlagwörter wie Nutztierhaltung, Fleischkonsum, Transportmittel und Fast Fashion zum Grundwortschatz. Diese CO2-Sünder sind meist Gang und Gebe und oftmals die ersten Anlaufstellen, wenn man den eigenen CO2-Ausstoß reduzieren möchte.

Doch häufig fallen CO2 Emissionen ganz unbewusst an: beim Duschen, Staubsaugen oder sogar beim Nutzen des Internets. Richtig gelesen! Selbst eine einfache Google Suche verursacht den Ausstoß von CO2.

Wie verursacht das Internet CO2?

Egal ob zuhause, im Supermarkt oder im Italien Urlaub – überall kann man auf das Internet zugreifen und man ist ununterbrochen online. Dies Bedarf an gewissen Rahmenbedingungen und technischen Voraussetzungen. Ein enorm großer Energieverbrauch muss bewältigt werden können.

Hier kommen Rechenzentren oder Serverräume ins Spiel. Bei diesen Zentren bzw. Räumen handelt es sich um physische Standorte, an denen Daten und Anwendungen verarbeitet und gespeichert werden. So wird die Nutzung des Internets ermöglicht. Diese Rechenzentren und Serverräume laufen 24 Stunden und 365 Tage im Jahr. Dabei werden große Mengen an Strom verbraucht, wobei ein erheblicher Anteil dieses Strombedarfs durch die Klimatisierung der Anlagen beansprucht wird.

Wir wissen: Stromerzeugung ist mit dem Ausstoß von CO2 Emissionen verbunden. Manche Erzeugungstechnologien geben mehr CO2 ab (Verbrennung von Steinkohle, Öl und Erdgas) und mache weniger bzw. kaum (Wind-, Wasser- und Solarenergie). Energieintensive Tätigkeiten, wie das Surfen im Internet, spiegeln sich also erheblich in dem CO2-Fußabdruck wider.

Der CO2 Ausstoß des Internets im Vergleich

Um den Energieverbrauch und somit den Ausstoß von CO2 Emissionen zu verbildlichen, haben wir einige plakative Vergleiche gesammelt. Mach dir selbst ein Bild, welchen enormen Einfluss das Streamen, Klicken und Scrollen auf den CO2-Fußabdruck hat:

  • In einer Sekunde verzeichnet Google ganze 47.000 Suchanfragen. Wissenschaftlerin Joana Moll berechnete den CO2-Ausstoß dieser Suchanfragen mit einer halben Tonne CO2. Das ist mit einer Autofahrt von 2.500 km gleichzusetzen. (Zur Erinnerung: Pro Sekunde!)
  • Jeden Tag werden 205 Milliarden E-Mails verschickt. Nach einer Berechnung der Umweltagentur Ademe produziert eine Firma mit 100 Angestellten allein durch das Versenden von E-mails pro Jahr 13,6 Tonnen CO2. Das entspricht rund 6 Flügen von Paris nach New York und zurück.
  • ExpertInnen des französischen Thinktanks The Shift Project berechneten den CO2 Ausstoß, der beim Streamen von Online-Videos entsteht, mit 300 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Das entspricht fast einem Prozent der weltweiten Emissionen. Ein Drittel davon fällt auf On-Demand-Videodienste wie Netflix, ein weiteres Drittel auf online Pornografie.

Eines ist jetzt klar: Das Senden von Nachrichten auf WhatsApp, das Swipen durch Instagram-Stories und das Streamen auf Netflix und Co verursacht CO2 und trägt damit zur Erderwärmung bei. Aber was kann man tun, um den CO2-Fußabdruck der eigenen Internetnutzung im Grünen Bereich zu halten?

Was kann ich tun, um nachhaltig online zu sein?

Als Endverbraucher hast du einige Möglichkeiten, den CO2 Ausstoß deines Internetkonsums zu reduzieren. Wir haben hier einige Tipps gesammelt, die dir dabei helfen können.

Frühlingsputz im E-Mail-Postfach

Eine Studie von Klima-ForscherInnen des Beratungsinstituts ICF International berechnete, dass Spam-E-Mails pro Jahr etwa 33 Milliarden Kilowattstunden Energie verbrauchen und damit mit einem Treibhausgas-Ausstoß von 3,1 Millionen Autos pro Jahr gleichzusetzen sind. Eine Spam-Nachricht entspricht demnach 0,3 Gramm CO2. Daher ist es ratsam, sich von nicht benötigten Newslettern abzumelden und alte E-Mails zu löschen. Schluss mit überflüssigem E-Mail-Verkehr und platzenden Postfächern!

Wenn jeder Mensch jeden Tag 11 E-Mails löschen würde, könnten wir etwa 91.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Unglaublich, aber das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von 125.000 Personen in Deutschland.

Klimaneutrale Streaming-Dienste unterstützen

Manche Streaming Dienste sind bereits einen Schritt voraus und übertragen klimaneutral. Darunter auch ZENSPOTTING , eine Plattform, die Online Live Sessions ganz im Sinne der Achtsamkeit durch TeamClimate klimaneutral streamt. Wer sich im schnelllebigen Alltag eine Pause nehmen möchte, kann dort beispielsweise an Yoga, Breathwork und an Journaling Sessions live teilnehmen. So tust du dir selbst und dem Klima was Gutes!

Suchmaschinen nutzen, die Bäume pflanzen

Verwendest du beispielsweise eine Suchmaschine wie Ecosia, pflanzt du mit deiner Suchanfrage Bäume und entziehst der Luft 1kg CO2. Die Server von Ecosia werden außerdem durch erneuerbare Solarenergie betrieben und Bäume werden unter Berücksichtigung der Artenvielfalt gepflanzt. PS: Das ist keine Anzeige, wir finden Ecosia einfach super.

Auflösung bei Videos und Co überdenken

Ist die höchste Auflösung unbedingt notwendig oder kann mein Gerät diese überhaupt darstellen? Wenn nicht, besser darauf verzichten. Das schont den Akku, der dann länger durchhält und somit wird weniger Strom verbraucht.

Multitasking, aber nicht beim Streamen

Beim Fertigmachen läuft ein YouTube-Video und beim Kochen wird der Lieblingsfilm auf Netflix gestreamt. Hier lieber Energie sparen und vielleicht einfach auf Musik hören zurückgreifen. So nutzt man Streamingdienste achtsam und genießt Filme und Videos gleich viel mehr!

Fazit

Die Klima-Bilanz des Internets ist eine gute Erinnerung dafür, dass selbst kleine Handlungen im Alltag zum CO2-Fußabdruck beitragen können. Diese Handlungen bewusst wahr zu nehmen ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

Wir wissen, dass es schlichtweg nicht möglich ist, in Zeiten wie diesen auf das Internet zu verzichten. Es bringt schließlich auch viele Vorteile mit sich, denn es verbindet Menschen und bietet eine einfache Möglichkeit, um Wissen auszutauschen.

Wer beim Surfen weiterhin ein gutes Gefühl haben möchte, kann den eigenen CO2-Fußabdruck mit TeamClimate berechnen, reduzieren und anschließend unvermeidbare Emissionen kompensieren. Die Internetnutzung wird bei der Berechnung deines CO2-Fußabdrucks natürlich berücksichtigt. Denn den Lieblingsfilm oder eine Online Live Session mit ZENSPOTTING zu genießen, fühlt sich klimaneutral noch besser an.

Quellen:
Statista (2021): Verteilung der energiebedingten CO2-Emissionen weltweit nach Sektor im Jahr 2018
Der Standard (2019): Wie klimaschädlich ist das Internet?
L. Stobbe, M. Proske, H. Zedel, R. Hintemann, J. Clausen, und S. Beucker (2015): Entwicklung des IKT-bedingten Strombedarfs in Deutschland
ZDFheute (2019): Internet produziert so viel CO2 wie Flugverkehr
Süddeutsche Zeitung (2020): Als Internetnutzer tragen wir unabsichtlich zur Umweltzerstörung bei
futurezone (2019): So klimaschädlich ist das Internet
fairlis (2019): CO2-Schleuder Internet – Tipps und Fakten zur CO2-Bilanz unserer liebsten Freizeitbeschäftigung
Informatik Aktuell (2016): Rechenzentren – Energiefresser oder Effizienzwunder?
Quarks (2019): So viel Energie verbraucht das Internet?
Carbon Connect (2017): Was bzw. wie viel ist eine Tonne CO2?
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