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Update: Wasser für Bangladesch

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Lara
Community Managerin
  • 7 Tsd. Haushalte haben besseren Trinkwasserzugang.
  • Verbesserte Bildung, da weniger Schule wegen Krankheit versäumt wird.
  • 653 kg Feuerholz pro Haushalt konnten monatlich durch SODIS eingespart werden.
  • Durch die Sharing-Methode profitieren weitere geschätzte 4 Tsd. Personen.

Was ist ein WADI-Gerät und wie funktioniert’s?

Es ist wahrlich eine Wissenschaft, aber keine Hexerei. Bestimmt hast du schon gehört, dass wenn du z.B. Kleidung in die Sonne legst, die Sonnenstrahlen die Bakterien darauf abtöten. Diese Methode nennt man solare Desinfektion (auf engl. SODIS abgekürzt). Nach diesem Prinzip funktionieren die WADI-Geräte (=WAter DIsinfection). Es ist ein kleines Gerät, das die Sonneneinstrahlung misst. Die eingebaute Solarzelle versorgt das Display mit Strom. Plastikflaschen werden mit Wasser gefüllt (keine Sorge, es wird nie heiß genug, dass sich schädliche Weichmacher aus den PET-Flaschen lösen könnten) und gemeinsam mit dem WADI-Gerät in die Sonne gelegt. Waren sie lange genug der Sonne ausgesetzt, erscheint ein glücklicher Smiley am Display, der anzeigt, dass die Desinfektion erfolgreich war und das Wasser jetzt gereinigt ist. Alles was man braucht, ist also ein WADI-Gerät, eine Flasche und Wasser. Kein Feuerholz oder Ofen notwendig.

Je mehr, desto besser.

Seit Projektbeginn konnten in Sarankhola 7.025 Haushalte mit WADI-Geräten ausgestattet werden. Im ersten Halbjahr 2021 konnte das Projekt mit der Unterstützung unserer Community weiteren 13.850 Menschen helfen. Aktuell profitieren also 39 Tsd. Menschen vom verbesserten Trinkwasserzugang. Als das Projekt 2017 startete, wurden 4.100 WADI-Geräte angeschafft. Seitdem gab es drei Erweiterungen mit denen die Anzahl der verfügbaren Geräte beinahe verdoppelt werden konnte. Immer mehr Haushalte zeigen sich interessiert und wollen ebenfalls Teil des Projekts werden.

Teilen bedeutet bekanntlich Kümmern. Deshalb teilen 10% der Haushalte ihr WADI mit ihren Freund:innen und Nachbar:innen. Durch diese Sharing-Methode können schätzungsweise weitere 4 Tsd. Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Dieses Projekt stellt jährlich 14 Mio. Liter Wasser bereit und vermeidet 40.000 To CO2. Das sind 2 Tonnen pro WADI-Gerät pro Jahr.

Wie das Trinkwasserprojekt Emissionen reduziert.

In der Projekt-Region Sarankhola wird je nach Saison auf Regen- und Oberflächenwasser zurückgegriffen. Vor Projektbeginn waren 97% der Haushalte darauf angewiesen ihr Wasser mittels einfachen Lehmöfen über Feuer abzukochen. In der Projekt-Region Sarankhola wird auf Regen- und Oberflächenwasser zurückgegriffen, je nach Saison. Das hat für einen Feuerholzverbrauch von 320 kg pro Monat gesorgt. Durch die ressourcenschonende Methode der Wasserdesinfektion mit UV-Strahlen der Sonne müssen keine Bäume mehr gefällt werden und es wird kein klimaschädliches CO2 während dem Abkochen freigesetzt.

Sauberes Wasser beugt Krankheiten vor.

Während der Trockenzeit wird Oberflächenwasser zum Trinken, Kochen und Waschen verwendet. In dieser Zeit machen alle Haushalte fast täglich von ihrem WADI-Gerät gebrauch. Zur Regenzeit werden sie von ca. 90% der Haushalte alle 3-4 Tage eingesetzt, da Regenwasser etwas unbelasteter ist, aber auch hier Verunreinigungen möglich sind. Es ist nicht selten, dass Wasser, das nur abgekocht wird, nachher immer noch durch Bakterien verschmutzt ist. Das kann Infektionen nach sich ziehen.

Seit dem Einsatz von WADI sind durch Wasser übertragbare Krankheiten zu 100% zurückgegangen. Das ist ein großer Erfolg, denn wer krank ist, kann weder zur Schule noch arbeiten gehen. Besonders die Kinder trifft das hart, denn gute Bildung ist wichtig. Mit Krankheiten sind auch immer Kosten zur medizinischen Behandlung verbunden. Da diese aber ausbleiben, können 9-14 USD pro Jahr gespart werden. Das klingt für uns Europäer:innen vielleicht nicht nach viel, in Bangladesch sind die Verhältnisse jedoch anders.

Marginalisierte Gruppen werden bestärkt.

Dieses Projekt hat keinesfalls nur ökologische Vorteile, sondern auch sozialen Impact. Der Projektpartner vor Ort CDD (Centre for Disability in Development) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für eine integrativere Gesellschaft für Menschen mit Behinderungen in Bangladesch einsetzt. Ziel ist es ein Umfeld zu schaffen, in dem behinderte Menschen gleichberechtigt am Entwicklungsprozess teilhaben können. Mit der Einführung von 140 Frauengruppen wird ein sicheres Umfeld geschaffen, in dem sie sich treffen, austauschen und informieren können. Seit Entstehung der Gruppen im Herbst 2020 haben bereits über 500 Treffen stattgefunden.

Fotocredit: HELIOZ

Das bewirkt dein Beitrag:

  • Mehr WADI-Geräte können besorgt werden.
  • Aufklärung über die Vorteile der Sharing-Methode.
  • Weitere Interessent:innen können am Projekt teilnehmen.
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